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Ausfuhrverfahren unter einem Warenwert von 1.000€

Grundsätzlich bedürfen Exporte in ein Drittland bzw. EFTA-Staat unter einem Warenwert von 1.000 € keine Ausfuhranmeldung. Lediglich eine 3-fache Ausführung der Handels- bzw. Proforma-Rechnung und gegebenenfalls eine Ursprungserklärung sind der Sendung von außen beizulegen. Hierbei entstehen keine weiteren Kosten, da die Verzollung im Versandtarif inkludiert ist.

Ausfuhrverfahren über einem Warenwert von 1.000€

Beim Export in ein Drittland bzw. EFTA-Staat ab einem Warenwert von 1.000 EUR verlangt der Zoll eine Ausfuhranmeldung. Diese kann ausschließlich auf elektronischem Wege eingereicht werden. Hierbei muss der Ausführer sich einmalig auf der Internetseite des ELSTER-Onlineportals anmelden, um die Authentisierung gegenüber der IAA-Plus (Onlineportal der Zollbehörde) zu gewährleisten. Erst im Anschluss der Registrierung kann der Ausführer auf der Internetseite der IAA-Plus eine Ausfuhranmeldung beantragen. Nach erfolgter elektronischer Übermittlung der Ausfuhranmeldung, sendet die Zollbehörde dem Ausführer das für den Export benötigte Ausfuhrbegleitdokument (ABD) inklusive der Movement Reference Number (MRN) als Pdf zu. Die Wartezeit auf die Papiere vom Zollamt mit der MRN-Nummer kann bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmen! Erst nach dem Erhalt der Papiere kann ein Abholauftrag über Shipido erteilt werden!

Info: Nur vom Zoll bestätigte Papiere (Ausfuhrbegleitdokument) mit MRN-Nummer stellen eine endgültige elektronische Ausfuhranmeldung dar. Die Dokumente müssen gut sichtbar an der Sendung angebracht werden.

Ausfuhranmeldung bei der Ausgangszollstelle:

Serviceart

Verfahren

Ausgangszollstelle

Express

Zweistufig/ Einstufig

DE007154 Flughafen Köln/Bonn,

Standard Norwegen

Zweistufig

SE060340 Svinesund Tollsted,

Standard Schweiz

Zweistufig

DE004055 Weil am Rhein,


EORI-Nummer

Die 17-stellige EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification Number) setzt sich aus dem vorangestellten Staatenkürzel (z.B. für Deutschland das Kürzel DE) und einer alphanumerischen Ziffernfolge zusammen und ersetzt die frühere deutsche Zollnummer. Sie ist Voraussetzung für die Zollabwicklung in der Europäischen Union. Seit dem Inkrafttreten der Verordnung Art. 4k Abs. 1 (ZK-DVO) ist die Angabe der EORI-Nummer unerlässlich, um eine zweifelsfreie Identifizierung des Zollanmelders gewährleisten zu können. Unternehmen und Selbstständige benötigen vor dem Antrag einer zollamtlichen Bewilligung oder vor der erstmaligen Zollabfertigung eine individuelle EORI-Nummer.

Info: Die Angabe der EORI-Nummer erfolgt bei Sendungen bis zu einem Warenwert von 1.000 Euro auf der Handels- bzw. Proforma-Rechnung. Bei höheren Warenwerten wird die EORI-Nummer im Rahmen der elektronischen Ausfuhranmeldung angegeben.

Beantragen Sie kostenlos die EORI-Nummer über das Formular 0870

Handels- und Proforma-Rechnung

Auf Grundlage der Handelsrechnung wird der Zollwert der Ware angemeldet. Liegt keine Rechnung vor oder handelt es sich bei dem Geschäft um eine Schenkung oder dergleichen, ist eine sogenannte “Proforma-Rechnung“ vorzulegen. Aus ihr geht der tatsächliche Wert der Ware hervor, sie verpflichtet jedoch den Empfänger nicht zur Zahlung. Punkte, die den Wert der Ware beeinflussen, sind: Lieferbedingungen, Verbundenheit von Käufer und Verkäufer, Umrechnungskurs, Einkaufs- oder sonstige Provisionen, Beförderungs-, Lade- und Versicherungskosten.

Info: Bei der Abgabe elektronischer Zollanmeldungen via IAA-Plus wird weitestgehend auf die Vorlage von Unterlagen verzichtet. Handelsdokumente wie Handelsrechnungen, Proforma-Rechnungen, Frachtrechnungen oder ähnliche Dokumente brauchen grundsätzlich nicht bei der Abfertigung vorgelegt werden. Die Zollbehörde behält sich jedoch das Recht auf Vorlage der Handelsdokumente vor.

Ein Handelsrechnungsmuster finden Sie hier

Nichtpräferenzielle und präferenzielle Dokumente

Der Warenursprung hat sowohl in der außenwirtschaftsrechtlichen als auch in der zollrechtlichen Warenbehandlung eine grundlegende Bedeutung. Je nach Nation ist die Frage zu klären, ob eine Ware einer Einfuhrbeschränkung unterliegt und ob Einfuhrzölle erhoben werden sowie ggf. in welcher Höhe. Da unterschiedliche Rechtsfolgen mit dem Warenursprung verbunden sind, wird im Außenhandel wie folgt unterschieden:

Nichtpräferenzieller Ursprung: bildet die Grundlage für außenwirtschaftsrechtliche Genehmigungspflichten und Anwendungen des Zolltarifs wie beispielsweise Erhebung von Antidumping-Zöllen, die Anwendung von Ein- und Ausfuhrverboten beziehungsweise Beschränkungen. Der Nachweis für den nichtpräferenziellen Ursprung wird entweder durch das Ursprungszeugnis erbracht oder durch eine Ursprungserklärung. Beim Ursprungszeugnis handelt es sich um eine offizielle Urkunde, die im Regelfall die Handelskammer ausstellt. Die Ursprungserklärung (bis zu einer Warenwertgrenze von 6.000 EUR) wird durch den Ausführer bzw. Lieferanten durch einen Vermerk, beispielsweise auf der Handelsrechnung, abgegeben. Sofern mehrere Länder an der Herstellung einer Ware beteiligt sind, liegt der Warenursprung in dem Land, welches die letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Verarbeitung vorgenommen hat.

Präferenzieller Ursprung: setzt Zollvergünstigungen oder Zollbefreiungen, hinsichtlich welcher die EU Vereinbarungen mit verschiedenen Ländern abgeschlossen hat, voraus. Für die Ausstellung des präferenziellen Ursprungsnachweises ist ausschließlich die Zollbehörde zuständig. Die Warenverkehrsbescheinigung EUR1 (ab einem Warenwert von 6.000 EUR erforderlich) ist mit der bedeutendste Nachweis für den präferenziellen Ursprung und bildet eine Vielzahl an Präferenzabkommen zwischen der EU und Drittstaaten ab.

Weiterführende Links zu Nichtpräferenzielle und präferenzielle Dokumente:
Länderauswahl
Präferenzregelungen der Europäischen Union
Präferenznachweise

Verbote und Beschränkungen (VuB)

Auch im Zeitalter der Globalisierung und des freien Warenverkehrs sind beim Im- und Export bestimmter Waren sowie dem Handel mit bestimmten Ländern oder Organisationen Verbote und Einschränkungen zu beachten. Sie können sich aus nationalem wie auch aus dem gemeinschaftlichen EU-Recht ergeben und die Ein-, Aus- und Durchfuhr beeinträchtigen.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier